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Foto: Greg Marinovich (Marikana, 15. August 2012)

Foto: Greg Marinovich (Marikana, 15. August 2012)

Am 16. August 2012 wurden in Marikana, einer Platin-Mine unweit der südafrikanischen Metropole Johannesburg, 34 Minenarbeiter, die im Streik für die Anhebung von Mindestlöhnen waren, von der Polizei ermordet. Es war das größte staatliche Massaker an Bewohner_innen Südafrikas seit dem formellen Ende der Apartheid.

 https://www.youtube.com/watch?v=Mt11f7p13f0&list=PL4645879FCCFEC3F0&index=4
https://www.youtube.com/watch?v=y_2wy10nasg&index=1&list=PL4645879FCCFEC3F0
https://www.youtube.com/watch?v=ImqAVon92VM&index=2&list=PL4645879FCCFEC3F0
 

Diese Website bietet Hintergrundinformationen zu diesem Massaker und dessen Folgewirkungen:

  • Video-Interviews mit Expert_innen aus Südafrika, die aus unterschiedlichen Positionen und Perspektiven über das Massaker, dessen Hintergründe und Folgewirkungen sprechen.
  • Die Marikana Support Campaign setzt sich für die Familien der getöteten Arbeiter, für die vielen Verletzten und die hunderten Verhafteten ein. Informationen zu dieser Unterstützer_innengruppe und einen Spendenaufruf finden Sie hier.
  • Diese Website gibt zudem Einblicke in das Buch “Das Massaker von Marikana. Widerstand und Unterdrückung von Arbeiter_innen in Südafrika”, das seit November 2013 in deutscher Ausgabe vorliegt. Hier finden Sie u.a. Auszüge aus dem Buch sowie Termine von Buchpräsentationen.

Das Redaktionsteam dieser Website, bestehend aus dem Übersetzer und dem Herausgeber des erwähnten Buches, ist unter marikana°at°gmx.net zu erreichen. Kommentare, Kritik und Anregungen können auch direkt gepostet werden (unter den jeweiligen Einträgen).

Marikana Support Campaign: Aufruf zur internationalen Solidarität

 

Dringender Aufruf zur internationalen Solidarität

Am 16. August 2012 schoss die südafrikanische Polizei mit scharfer Munition auf streikende Minenarbeiter bei der Marikana-Mine von Lonmin. 34 von ihnen wurden getötet und 78 verletzt. Viele der Ermordeten wurden aus nächster Nähe erschossen, als sie sich ergeben wollten. Die Minenarbeiter_innen von Marikana forderten eine Verdreifachung ihrer Löhne auf 12.500 Rand (ca. 960 Euro) monatlich.

In den Tagen nach dem Massaker wurden 270 der Streikenden in Marikana verhaftet und wegen Mordes an ihren Kollegen angeklagt; nach der common purpose doctrine, einem Gesetz, das zuletzt unter der Apartheid angewandt wurde. Nachdem öffentlicher Druck die Staatsanwaltschaft dazu gezwungen hatte, die Anklagen vorläufig fallen zu lassen, mussten sie freigelassen werden. Seit dem Massaker lebt die community von Marikana in einem faktischen Ausnahmezustand, mit Polizeipatrouillen, Hausdurchsuchungen; es gibt Berichte über gesetzwidrige Verhaftungen und Schikanen. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des selbstorganisierten Streikkomitees von Lonmin, die vor der Untersuchungskommission ausgesagt haben, wurden in den vergangenen Wochen wegen Mordes angeklagt.

Bisher ist kein_e einzige_r Polizist_in oder Beamt_in wegen des Massakers bei Marikana angeklagt worden. Aber einigen Minenarbeitern drohen immer noch langjährige Haftstrafen, weil der Staat beabsichtigt, die Minenarbeiter selbst für die Gewalt verantwortlich zu machen. Die meisten Bergarbeiter, die in Marikana umgebracht oder schwer verletzt wurden, waren Alleinverdiener. Der Verlust ihrer Einkommen hat viele der von ihnen Abhängigen in eine verzweifelte Situation gebracht.

Die Minenarbeiter_innen von Lonmin haben eine Lohnerhöhung um 22% durchgesetzt. Das war weniger als die Forderung nach 12.500 Rand, aber der Abschluss wurde als Sieg gefeiert. Was die Minenarbeiter_innen tatsächlich gemacht haben, war, dass sie mutig um ein Existenzminimum gekämpft haben. Sie haben die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Kluft zwischen den Löhnen der Minenarbeiter_innen und den Einkommen der Bosse im Platin- und Goldsektor gelenkt, von denen viele mehr als das Hundertfache dessen verdienen, was ein_e durchschnittliche_r Minenarbeiter_in erhält. Das Massaker und der Sieg haben Streikende in anderen Minen im ganzen Land begeistert. Die Marikana Support Campaign wurde von den verschiedenen Streikkomitees gutgeheißen, und so kam die Forderung für die Kampagne auf.

Was die Kampagne bisher erreicht hat

Die Kampagne und Rechtsvertreter_innen haben die vom Staat eingesetzte Farlam-Untersuchungskommission beobachtet, haben Transparenz eingefordert und eine Vertagung durchgesetzt, damit sichergestellt wird, dass die Familien dabei anwesend sein können, damit die wichtigsten Ziele der Kommission erreicht werden können. Zusätzlich hat die Kampagne die Rechtsvertretung für sechsundzwanzig Familien organisiert, hat eine_n privat beauftragte_n Forensiker_in finanziert, die parteiische Medienberichterstattung genau verfolgt und alternative Analysen angeboten; sie hat zur praktischen Unterstützung der Familien der Streikenden aufgerufen, hat Protestplakate am Tatort ebenso organisiert wie landesweite Streikposten und Demonstrationen, mit denen ein Ende der polizeilichen Belästigungen und Einschüchterungen der community von Marikana gefordert wurde; sie hat eine Menge Leute nach Marikana gebracht, um lokal organisierte Proteste zu unterstützen und an Treffen der Streikenden und der community teilzunehmen, hat Material für die Kampagne produziert (Anstecker, Flugblätter, T-Shirts etc.), hat Vortragstouren von Vertreter_innen der Streikenden und der community in Städten und townships im ganzen Land organisiert. Nun konzentrieren wir uns auf die Verschleierungstaktik der Polizei und auf deren Beweiskonstruktionen gegenüber der Farlam-Kommission.

All das kostet Geld. In den kommenden Monaten müssen wir den Druck auf die Farlam-Untersuchungskommission erhöhen, mittels einer koordinierten nationalen und internationalen Kampagne, die sich für ein gerechtes Ergebnis für die Familien der Verstorbenen in Marikana, für die vielen Verletzten und die hunderten Verhafteten einsetzt.

Überweisungen bitte an das dafür eingerichtete, österreichische Spendenkonto:
Lautend auf: Dr. Jakob Krameritsch, Bank Austria
IBAN: AT161200010004742457
BIC: BKAUATWW
Verwendungszweck: „Marikana Support Campaign“

Die Marikana-Solidaritätskampagne wird von vielen Organisationen unterstützt, darunter:
Amnesty International Südafrika, Centre for Applied Legal Studies, Advocates For Transformation Centre for Study of Violence and Reconciliation, Equal Education Law Centre, Human Rights Media Trust, Lawyers for Human Rights, Legal Resources Centre, RAITH Foundation, Right To Know, Section 27, Social Justice Coalition, Socio-Economic Rights Institute, Treatment Action Campaign, Association of Mineworkers and Construction Union, National Council of Trade Unions, Marikana Development Forum, Wonderkop Women’s Group, Wonderkop Tribal Council, Alternative Information Development Centre, Soweto Concerned Citizen

 

Südafrika Geschichte – Die Apartheid und Ihre geschichtlichen Folgen

Die Ära der Apartheid in Südafrika

1910 schlossen sich die unabhängigen Burenrepubliken mit den englischen Kolonien zusammen und bildeten die Südafrikanische Union, mit der ein moderner demokratischer Staat gegründet und gesichert wurde. Dieser demokratische Staat berechtigte allerdings nur die weiße Bevölkerung zu freien Wahlen. Somit wurde die Politik der Rassentrennung nach Gründung der Union eingeleitet
Mit dem Inkrafttreten des “Native Land Act” (Eingeborenenland-Gesetzes) 1913 wurden der schwarzen Bevölkerung Reservate zugesprochen, die eine Fläche von anfangs 7,5% und später 13% Südafrikas betrugen. Dieses Land stand zu ihrer alleinigen und freien Verfügung, damit war ihnen aber gleichzeitig ein Anspruch auf die restlichen 87% ihres Heimatlandes untersagt.

Die Zwangsumsiedlung in die zugewiesenen Reservate schuf die, mittels Isolation und Aufsplitterung der schwarzen Bevölkerung, Grundlage für die folgenschwere Politik der Apartheit (Aussonderung). Aufgrund des fehlenden Wahlrechts und eines Streikverbots für die Nicht-Weißen gab es keinerlei Möglichkeiten des politischen Protests ohne rechtliche Konsequenzen.

So wurden der zu Ruhm erlangte “African National Congress” (ANC), die heutige Regierungspartei, und weitere Widerstandsbewegungen ins Leben gerufen, um die Rechte der Schwarzen zu vertreten und Besserung zu bringen. Anfangs wenig effektiv, führte die weiße Regierung ihre Rassentrennung unbehelligt weiter.

Mit verbesserter Organisation des Widerstands wuchs die Verunsicherung der Weißen. Mit wachsender Angst verhalf die weiße Bevölkerung 1948 der rechtskonservativen Nationalpartei des Landes zu einem einzigartigen Wahlsieg, der deutliche Maßnahmen gegen die schwarze Bevölkerung zur Folge hatte. In dieser Phase der Geschichte wurde der Begriff “Apartheid” erheblich geprägt.

 

Nicht mehr die ökonomische Trennung der Rassen stand im Vordergrund, die Nicht-Weißen wurden zunehmend in ihrer Privatsphäre kontrolliert. Ehen zwischen verschiedenen Rassen wurden verboten, in öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Verkehrsmitteln und sogar Toiletten wurde die Rassentrennung eingeführt.

In den folgenden Jahren vertieften die Präsidenten Südafrikas den rechtsextremen Umgang mit der schwarzen Bevölkerung. Die Apartheidsgesetzgebung wurde verschärft und verfeinert. In den Reservaten wurden begrenzte Selbstverwaltungen eingeführt, um sich der Verantwortung der schlechten wirtschaftlich und sozialen Lage in diesen zu entziehen.

Die Umgestaltung der Reservate in quasi-autonome Homelands setzte die Apartheidsregierung als territoriales Mittel zur Seperation ein, um formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika zu schaffen und den Bewohnern eine Scheinunabhängigkeit zu zugestehen.

Die Homelands unterlagen inoffiziell jedoch wirtschaftlicher, finanzieller und militärischer Abhängigkeit. Letzten Endes waren sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate für die Nicht-Weißen.

Die ANC entwickelte sich allerdings zu einer widerstandsstarken Organisation im Kampf gegen Abhängigkeit und Ungerechtigkeit. Es folgten massenhafte Proteste und die Militarisierung und Untergrundarbeit der schwarzen

Ein bedeutsames geschichtliches Ereignis war dabei der brutale Niederschlag einer riesigen Schülerdemonstration 1976 in Soweto, bei der über 500 junge Menschen getötet wurden. Die eingesetzte Waffengewalt der weißen Staatsmacht hatte Unruhen im ganzen Land zur Folge.

Der ANC ging ebenfalls zum bewaffneten Kampf über, so dass sich Südafrika mehr und mehr zum Polizeistaat entwickelte. Der konsequente Widerstand und Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft führten Anfang der 90er Jahre zum Ende des Apartheidssy

Polizei erschießt streikende Minenarbeiter in Südafrika

Die südafrikanische Polizei soll streikende Bergleute erschossen haben.

Bei einem Streik südafrikanischer Minenarbeiter hat die Polizei auf Bergleute geschossen und dabei mehrere Menschen getötet. Nach Angaben des Senders eNews gibt es aber Berichte, dass die Beamten zuerst aus einer Menge Tausender Kumpel im Norden des Landes beschossen worden waren.

 https://www.youtube.com/watch?v=Mt11f7p13f0&list=PL4645879FCCFEC3F0&index=4

Johannesburg. Die Zahl der Toten war zunächst nicht bekannt. Während des illegalen Streiks der Platinkumpel um höhere Löhne sind bereits zehn Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwei Polizisten. Einige wurden verbrannt oder zu Tode gehackt. Beobachter sprechen dabei auch von einem Kampf zwischen konkurrierenden Gewerkschaften. Der eine Verband hatte nach dem Tode eines seiner Vertreter behauptet, die andere Gewerkschaft führe eine "Todesliste" mit Namen anderer Gewerkschaftsfunktionäre.

 August 2012: Am siebten Tag eines Minenarbeiterstreiks eskaliert die Polizeigewalt zum „Massaker von Marikana“: 34 Arbeiter sterben, viele mehr werden verletzt. Rehad Desai begleitete den Streik von Tag eins und stellt Filmaufzeichnungen der Vorfälle, Interviews mit Streikführern und Rechtsanwälten sowie Aufnahmen der anschließenden Untersuchungskommission gegenüber. Ein beeindruckendes Dokument über einen bitteren Tiefpunkt der jungen südafrikanischen Demokratie

Rehad Desai ist Produzent und preisgekrönter Regisseur zahlreicher Dokumentarfilme. Er studierte Geschichte und Sozialgeschichte an der University of Zimbabwe und der University of the Witwatersrand. Sein Dokumentarfilm „Born Into Struggle“ (2004) war auf internationalen Filmfestivals vertreten und wurde u. a. mit dem Publikumspreis für den besten südafrikanischen Dokumentarfilm des Encounters Documentary Film Festival in Kapstadt prämiert. Auch „Miners Shot Down“, seine neueste Produktion, hat bereits einige Auszeichnungen erhalten, u.a. als Bester Film beim One World Film Festival in Prag. Als Eröffnungsfilm oder im regulären Programm ist er auf verschiedenen Festivals rund um den Globus vertreten und hat darüber hinaus internationale Unterstützung für die Marikana Justice Campaign ausgelöst.



Ein Jahr nach dem Massaker von Marikana

Eine Gruppe von Minenarbeitern singen während der Gedenkveranstaltung Slogans (Foto: REUTERS)

Vor einem Jahr hatten Polizisten in Südafrika das Feuer auf streikende Minenarbeiter eröffnet und 34 Kumpel getötet. Bei einer Feier gedachten Familien, Freunde und Kollegen der Opfer.

https://www.youtube.com/watch?v=8kQZKTB7YVg&list=PL4645879FCCFEC3F0&index=3

 

 Etwa 10.000 Menschen kamen zur Trauerfeier der vor einem Jahr bei Protesten getöteten Bergarbeiter einer Platingrube in Marikana, im Nordwesten von Johannesburg. Der Minenbetreiber entschuldigte sich bei den Familien der Opfer: "Wir werden eure Angehörigen nie ersetzen können", sagte der Chef der Firma Lonmin, Ben Magara. "Wir bereuen das zutiefst", fuhr er fort. Er fügte hinzu, dass die in London ansässige Firma die Schulausbildungskosten der Kinder der getöteten Minenarbeiter übernehmen würde.

Eine Gruppe, die zu der Gewerkschaft AMCU für Minenarbeiter gehört, hatte die Gedenkveranstaltung organisiert. Vertreter des regierenden African National Congress und der ANC-nahen Gewerkschaft blieben der Gedenkfeier fern. Zur Begründung hieß es, die Veranstalter würden die Gedenkfeier politisch instrumentalisieren, da sie eine militante Minengewerkschaft sowie Politiker der Opposition eingeladen hätten.

.Verantwortliche gesucht

Bis heute hat niemand die Verantwortung für die blutigen Ereignisse vor einem Jahr übernommen. Ein südafrikanischer Vertreter der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mahnte, jemand müsse sich verantwortlich zeigen. Ein 24-jähriger Minenarbeiter, auf den die Polizei damals acht Mal geschossen worden, sagte: "Wir wollen die Wahrheit wissen. Wer hat die Polizei hergeschickt, um uns zu töten?"

Die Streikenden hatten am 16.08.2012 von der britischen Betreiberfirma Lonmin einen Monatslohn von umgerechnet etwa 950 Euro gefordert. Die Polizei schlug den Protest der Arbeiter gewaltsam nieder, indem sie das Feuer auf die Streikenden eröffnete. Die Zusammenstöße hatten in Südafrika Bestürzung hervorgerufen. Sie gelten als der schlimmste Fall von staatlicher Gewalt seit dem Fall des Apartheid-Regimes 1994.

Trotz des blutigen Vorfalls habe sich an der Lohnsituation nichts geändert, kritisierten Bergleute in Marikana. Das Gehalt reiche immer noch nicht aus, um die Familien zu versorgen.

In Südafrika kamen seit dem Marikana-Streik mindestens 15 Menschen bei Gewalt zwischen rivalisierenden Gewerkschaften ums Leben

 https://de.nachrichten.yahoo.com/video/gedenkfeier-f%C3%BCr-tote-kumpel-s%C3%BCdafrika-161612949.html

Arbeiter in illegaler Mine in Südafrika eingeschlossen

Die Goldminen Südafrikas gelten als gefährlich. Immer wieder ereignen sich Unglücke, wenn illegal geschürft wird. Doch dieses Mal haben einige der Verschütteten Angst gerettet zu werden.

Rettungskräfte bergen Verschüttete nach Minen-Unglück in Südafrika (Foto: picture-alliance/dpa)

Elf der Verschütteten in einer stillgelegten Goldmine in Benoni nahe Johannesburg konnten bislang über eine heruntergelassene Leiter gerettet werden. Die Rettungskräfte hatten zuvor von 30 Männern in nicht großer Tiefe geredet, zu denen es Kontakt gebe. Von den Geretteten war den Angaben zufolge niemand verletzt. Sie wurden aber nach einer medizinischen Untersuchung von der Polizei befragt. Die 19 Männer, die noch in der Mine seien, würden sich aus Angst vor einer Festnahme weigern, an die Oberfläche zu kommen, berichteten nach Angaben des US-Senders CNN Mitarbeiter des Rettungsdienstes.

Zuvor war unklar, wie viele Menschen noch unter Tage eingeschlossen waren. Frühere Angaben von etwa 200 Männern seien offenbar falsch, sagte ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Da die Arbeiter Hilfe verweigerten, habe der Rettungsdienst seine Maßnahmen abgebrochen. Es stünden aber Einsatzkräfte bereit, falls die Männer doch um Hilfe bitten sollten. Ein Polizeisprecher sagte, den Arbeitern drohten strafrechtliche Konsequenzen, weil der Betrieb der Mine nicht genehmigt sei.

Die Männer sind danach am Samstag in die Mine eingestiegen. Ein abgebrochener Felsbrocken versperre ihnen den Weg an die Oberfläche. Passanten hatten die Polizei alarmiert, weil sie Schreie aus der Mine hörten. "Wir versuchen alles, um sie zu retten", sagte ein örtlicher Bergungsexperte.

Goldmine in Johannesburg Südafrika (Foto: Getty Images)

Hoch gefährlich: Offene Goldminen in Südafrika

Minenunglücke keine Seltenheit

In Südafrika suchen Tausende von Menschen illegal in verlassenen Minen nach Edelmetallen. Vor zehn Tagen starben in einer noch betriebenen Goldmine westlich von Johannesburg acht Bergarbeiter nach einem Brand. Sie waren nach dem Ausbruch des Feuers in einer Tiefe von etwa 1700 Metern gefangen. 2009 waren bei einem Brand in einer stillgelegten Goldmine mindestens 82 Menschen getötet worden, als sie dort trotz Verbot nach dem Edelmetall schürften

Miners Shot Down

R: Rehad Desai, Dokumentarfilm, ZA 2014, 86 min

Miners Shot Down, Filmstill | Foto: Promo

Miners Shot Down, Filmstill | Foto: Promo

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Marikana Massacre documentary
Marikana Massacre documentary Subscribe to eNCA for latest news. No Fear. No Fav... li...

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Leaked video reveals the truth about the Massacre at Marikana

Marikana Minefield: Have the SA police done enough to cover up the truth about e...vents at Marikana?
 As the Marikana inquiry starts, this shocking report shows new police footage undermining claims they acted in self-defence. With Miners now reporting police intimidation, are they attempting a cover-up?

"The police kicked in the door and came inside the shack Bhele Dlunga, one of the Marikana miners, tells us. What happened next was straight out of an apartheid-era police handbook: he was forced to the ground, handcuffed and suffocated with a plastic bag for 15 minutes. Sibonele Sebopha is one of the few strike leaders who hasn't been arrested in the lead up to the commission. He says intimidation of miners sharply escalated as the hearings drew closer. New mobile phone footage that wasn't available in the aftermath of the incident also undermines claims the police acted in self-defence and suggests why they're putting pressure on the miners to keep quiet. In the distance an unarmed youth approaches, as a group of heavily armed police look on. "Don't shoot him, don't shoot him" one officer calls, but gunfire rings out. "That mother fucker, I shot him ten times", the policeman who shot him boasts. Combined with reports of execution-style shootings shortly after in September and evidence from the scene that suggests police were shooting from an elevated position, a very different picture to the one presented by the police emerges.

 

August 2012: Am siebten Tag eines Minenarbeiterstreiks eskaliert die Polizeigewalt zum „Massaker von Marikana“: 34 Arbeiter sterben, viele mehr werden verletzt. Rehad Desai begleitete den Streik von Tag eins und stellt Filmaufzeichnungen der Vorfälle, Interviews mit Streikführern und Rechtsanwälten sowie Aufnahmen der anschließenden Untersuchungskommission gegenüber. Ein beeindruckendes Dokument über einen bitteren Tiefpunkt der jungen südafrikanischen Demokratie

Rehad Desai ist Produzent und preisgekrönter Regisseur zahlreicher Dokumentarfilme. Er studierte Geschichte und Sozialgeschichte an der University of Zimbabwe und der University of the Witwatersrand. Sein Dokumentarfilm „Born Into Struggle“ (2004) war auf internationalen Filmfestivals vertreten und wurde u. a. mit dem Publikumspreis für den besten südafrikanischen Dokumentarfilm des Encounters Documentary Film Festival in Kapstadt prämiert. Auch „Miners Shot Down“, seine neueste Produktion, hat bereits einige Auszeichnungen erhalten, u.a. als Bester Film beim One World Film Festival in Prag. Als Eröffnungsfilm oder im regulären Programm ist er auf verschiedenen Festivals rund um den Globus vertreten und hat darüber hinaus internationale Unterstützung für die Marikana Justice Campaign ausgelöst

 
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Miners Shot Down: In August 2012, mine workers in one of South Africa's biggest

Die Mandela-Verschwörung

Mitte der 1980er Jahre spitzt sich die Lage in Südafrika dramatisch zu. Das Regime der Apartheid kann die aufgebrachte schwarze Bevölkerungsmehrheit nur noch mit massiver Polizeigewalt niederknüppeln. Während Nelson Mandela aus dem Gefängnis heraus eine friedliche Lösung des Konflikts propagiert, kämpfen militante Splittergruppen mit Bombenanschlägen gegen die Herrschaft des weißen Präsidenten Botha, der sich beharrlich an seine Macht klammert. In dieser verfahrenen Situation ergreift der junge Brite Michael Young die Initiative. Young, Manager der Bergbaugesellschaft Consolidated Goldfields, befürchtet den Zusammenbruch des südafrikanischen Staates. Sein Unternehmen, zeitweise einer der größten Goldkonzerne der Welt, müsste in diesem Fall erhebliche finanzielle Verluste hinnehmen. Um dies zu verhindern, entwickelt Young einen gewagten Plan. Hinter dem Rücken seiner Chefs organisiert er ein geheimes Treffen in England. Dort kommen der als Terrorist diffamierte Thabo Mbeki und der burische Philosophieprofessor Willie Esterhuyse zusammen. Zum ersten Mal seit langem begegnen sich Repräsentanten des ANC und der weißen Oberschicht am Verhandlungstisch. Beide Seiten gehen hohe persönliche Risiken ein und suchen ernsthaft nach einer Lösung. Doch Neil Barnard, Chef des mächtigen südafrikanischen Geheimdienstes, hat von dem konspirativen Treffen längst erfahren. In einer Mischung aus Politthriller und Historienfilm schildert der Brite Pete Travis ("8 Blickwinkel") die entscheidende Etappe Südafrikas auf dem Weg zur Demokratie. Das Gefängnis von Nelson Mandela, die Räume des südafrikanischen Präsidenten Pieter Willem Botha, das ANC-Hauptquartier und die Townships dienen als Schauplätze.

http://www.de.viewster.com/movie/1164-15124-000/mandela-verschwoerung-di

 

 

 Ein Volk trauert um "Tata Madiba"

Die Nachricht vom Tod Nelson Mandelas hat Südafrika erschüttert. Hunderte pilgerten in der Nacht zu seinem Haus, um dem früheren Präsidenten die letzte Ehre zu erweisen. Staatschef Zuma würdigte ihn als Vater des modernen Südafrika

                  Themenheader Nelson Mandela - Ein Leben für die Freiheit   

Der südafrikanische Freiheitskämpfer Nelson Mandela (Idris Elba) hatte schon während seines Jurastudiums großes Interesse am politischen Geschehen und im Laufe der Jahre entwickelt er sich zum kämpferischen Wegbereiter der Demokratie in seiner Heimat Südafrika. Seinen Einsatz gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit muss er teuer bezahlen und wird im Juli 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Aber seinen Kampf gibt er deshalb nicht auf. In der Haft bekommt er häufig Besuch von seiner Frau Winnie (Naomie Harris) und seiner Tochter Zindzi (Lindiwe Matshikiza), die ihren Vater durch die Gefängnisbesuche erst richtig kennenlernt. Nach 27 Jahren im Gefängnis wird Nelson Mandela schließlich entlassen und kann seinen Kampf gegen die Apartheid aktiv fortsetzen. 1993 erhält er den Friedensnobelpreis und ein Jahr später wird er zum ersten schwarzen Präsidenten seines Landes gewählt.

Das Timing von "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" ist - das muss man wohl so sagen - ziemlich bitter. Fast 20 Jahre lang bemühte sich der Produzent Anant Singh, einer der ganz Großen des südafrikanischen Kinos, die Lebensgeschichte von Nelson Mandela auf die Leinwand zu bringen. Jenes Mannes, den er gar nicht lange nach seiner Haftentlassung persönlich kennenlernte und ihm so freundschaftlich verbunden blieb, dass Mandela selbst ihm die Filmrechte an seiner Autobiografie übertrug. Und nun kommt der Film, nach einer mühevollen und langwierigen Produktionsgeschichte, in dem Winter in die Kinos, in dem der legendäre Friedensnobelpreisträger nach schwerer Krankheit verstarb. Ausgerechnet am Abend des 5. Dezembers, als der Film in London Premiere feierte.

Ein ganzes Leben in 152 Minuten

Schon etliche Filme haben sich an Mandela versucht. "Goodbye Bafana" oder "Invictus - Unbezwungen", in denen "24"-Star Dennis Haysbert beziehungsweise Morgan Freeman in die Haut des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas schlüpften, beschränkten sich inhaltlich auf einzelne Episoden aus seinem Leben - und scheiterten gehörig. "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit", für den William Nicholson als Drehbuchautor und der Brite Justin Chadwick ("Die Schwester der Königin") gewonnen wurden, nimmt es dagegen mit der kompletten Biografie seines Protagonisten auf. Und scheitert dennoch kein bisschen weniger eindrücklich.

Wer nicht viel weiß über Nelson Mandela, erfährt in diesem Biopic auf jeden Fall einiges Wissenswertes, das lässt sich gar nicht bestreiten: von seiner Kindheit als Sprössling einer königlichen Stammesfamilie auf dem Land über erste berufliche Erfolge als Anwalt, die erste, dann die zweite Ehe, den Gang in den Untergrund im Kampf für die Rechte der unterdrückten schwarzen Bevölkerung und die letztlich 27 Jahre andauernde Inhaftierung bis hin zum mit seiner Entlassung 1990 einhergehenden Ende des Apartheidsregimes und Mandelas Aufstieg zum weltweit gefeierten Staatsmann. Der Film lässt gewissenhaft keine einzige Station seines Lebens aus.

Vom bewaffneten Kampf zum gewaltfreien Widerstand

Aber ist es das, was man sich von einem filmischen Denkmal für einen der bedeutendsten Männer der vergangenen hundert Jahre erwartet? Das brave Abarbeiten an einer Chronologie, die bereits in zahllosen Biografien und Geschichtsbüchern nachzulesen ist? Es ist als sei Produzent Singh und mit ihm der ganze Film in Ehrfurcht erstarrt vor dem Vermächtnis des Freundes, der - das darf man auch mal so pathetisch sagen - irgendwie auch ein Freund aller Menschen war und dem es unbedingt gerecht zu werden galt. Sicher, "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" verschweigt auch dunklere Aspekte von Mandelas Leben nicht. In der Anfangszeit als Aktivist im Untergrund befürwortete er durchaus den bewaffneten Kampf, die Entwicklung zum gewaltfreien Widerstand auf Gandhis Spuren war ein langwieriger Prozess. Auch zeigt der Film seinen Titelhelden als treulosen Ehemann und Vater, der die (zunächst selbst gewählte, dann unfreiwillige) Abwesenheit zeitlebens nicht wieder gutmachen konnte. Doch im unbedingten Drängen auf Vollständigkeit bleibt trotz einer Laufzeit von 152 Minuten für kaum einen Aspekte wirklich Zeit; selbst Mandelas Entfremdung von seiner sich in späteren Jahren zunehmend radikalisierenderen Frau Winnie (bemerkenswert gespielt von "Skyfall"-Bondgirl Naomie Harris), der großen Liebe seines Lebens, verhandelt der Film letztlich im Vorbeigehen.

Nicht einmal Idris Elba entschädigt für alles

Dass man überhaupt das Gefühl hat, in dieser uninspirierten Schema-F-Erzählung ein Gespür für die Persönlichkeit Madibas (so sein traditioneller Clanname) und seine inneren Konflikte zu bekommen, liegt an Hauptdarsteller Idris Elba. Eigentlich ist der Brite, der bereits so grandios in den hierzulande viel zu wenig beachteten Serien "The Wire" und "Luther", aber auch in "Thor" oder "Pacific Rim" mit von der Partie war, eine Fehlbesetzung. Verglichen mit dem Mandela, den man in Erinnerung hat, wirkt er zu massig, zu sexy, zu körperlich, auch wenn der Film diesen Aspekt mit Mandelas Vergangenheit als Box-Trainer sowie einiger Actionfilm-artigen Verfolgungsjagd noch zusätzlich betont. Erstaunlicherweise allerdings fällt das kaum ins Gewicht. Dazu ist Elba, der zur Vorbereitung auf die Rolle auch eine Nacht in Mandelas ehemaliger Gefängniszelle auf Robben Island verbrachte, ein zu guter und vor allem feinsinniger Schauspieler. Nicht einmal immer neue Schichten von Alters-Make-up können verhindern, dass Elba eine Aura und Würde verströmt, die der Mandelas durchaus nahe kommt.

Für "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" sind die guten Schauspieler also ebenso ein Pfund, mit dem gewuchert werden kann, wie die gediegenen Bilder von Kameramann Lol Crawley und die sorgfältige Ausstattung. Dass man am Ende der zweieinhalb Stunden von Emotionen übermannt wird, liegt allerdings nicht am Film (und auch nicht am Golden Globe-prämierten Filmsong von U2), sondern einzig und allein an der Lebensleistung Nelson Mandelas, die in ihrer Einzigartigkeit auch noch bis auf die Kinoleinwand abstrahlt. Prinzipiell aber muss man leider konstatieren: selten wurde so enttäuschend gewöhnlich von einem außergewöhnlichen Mann erzählt.


Er gilt neben dem 1968 ermordeten Martin Luther King als bedeutendster Kämpfer im globalen Feldzug gegen die Unterdrückung von Schwarzen und er hat mit der Überwindung der Apartheid einem neuen Südafrika den Weg bereitet – der zu Filmstart bereits 95-jährige Nelson Rolihlahla Mandela ist ohne Übertreibung eine der meistverehrten Persönlichkeiten des Planeten. So inspirierte sein Wirken und Leben auch schon mehrere Filme, aber bisher hat sich noch niemand an die große biografische Gesamtschau gewagt. An der versuchen sich nun Produzent Anant Singh und Regisseur Justin Chadwick, die sich für „Mandela - Der lange Weg zur Freiheit“ die 1994 erschienene 700-seitige Autobiografie des Freiheitskämpfers vorgenommen haben. 16 Jahre und 34 (!) Drehbuchfassungen benötigte Singh, ein persönlicher Bekannter Mandelas, um das Mammutprojekt zum Abschluss zu bringen, das sich im Lauf der Jahre zum teuersten südafrikanischen Film aller Zeiten entwickelte. Dabei mag „Mandela“ gerade auch durch den sehr persönlichen Blickwinkel des Produzenten mehr eine Hommage an seinen Titelhelden als eine kritische Würdigung geworden sein, eine hohle Beweihräucherung ist er trotzdem nicht. Das bildgewaltig-kraftvolle Biografie-Drama fesselt dabei vor allem durch beeindruckende visuelle Qualitäten und einen herausragenden Hauptdarsteller Idris Elba, der das legendäre Charisma und die starke Persönlichkeit Mandelas meisterhaft auf die Leinwand bringt.

Der vielleicht schönste Mandela-Nachruf.
Ein Flashmob der ganz besonderen Art. Ein Flashmob für Nelson Mandela. Unbedingt anschauen. Videos die einen berühren. Zum Nachdenken anregen. Wenn du in Zukunft weitere Videos sehen möchtest, kannst mich gerne abonnieren

https://www.facebook.com/photo.php?v=691979294176345&set=vb.100000928434177&type=2&theater

MANDELA: LONG WALK TO FREEDOM Press Conference

https://www.youtube.com/watch?v=DwBxjN41vVk

Veröffentlicht am 09.12.2013

Winnie Mandela was the self-appointed queen of South Africa - both loved and hated. She was married to Nelson Mandela from 1958 to 1994. This interview from november 1999 by Malou von Sivers, in a series of interviews called "Malou meets", broadcasted by swedish tv-channel TV4, was one of the few interviews Winnie Mandela had given for a long time. Winnie Mandela var Sydafrikas självutnämnda drottning - både älskad och hatad. I många år var hon gift med Nelson Mandela från 1958 till 1994. Intervjun med Malou von Sivers gjordes i november 1999 i serien "Malou möter", och var en av få som Winnie Mandela hade gjort på lång tid

https://www.youtube.com/watch?v=Wq_axQthHrY

Die Verfilmung von Nelson Mandelas Autobiografie gibt sich alle Mühe, voller Ehrfurcht das komplette Leben des kürzlich Verstorbenen abzubilden.
Genau das entpuppt sich aber als ihr größtes Problem. Von Patrick Heidmann    
 
Der Südafrikaner Nelson Mandela (Idris Elba) hegt schon während seines Jurastudiums großes Interesse am politischen Geschehen, setzt sich bald aktiv gegen die Apartheidspolitik in seiner Heimat ein und schließt sich 1944 der schwarzen Protestbewegung African National Congress (ANC) an. Nachdem die weißen Ordnungskräfte bei einer Kundgebung in Sharpeville 1960 zahlreiche unbewaffnete Demonstranten töten, setzt sich Mandela an die Spitze des bewaffneten Flügels des ANC, was ihn wiederum auf der Fahndungsliste des Regimes ganz nach oben katapultiert. Seine Verhaftung lässt nicht lange auf sich warten und im Juli 1964 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. Aber seinen Widerstand gibt er auch unter den schweren Bedingungen im Gefängnis auf Robben Island nicht auf. Unterstützt wird er von seiner zweiten Frau Winnie (Naomie Harris), die ihn allerdings zunächst mehrere Jahren nicht besuchen darf. Erst nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Gefängnis wird Nelson Mandela schließlich entlassen und kann seinen Kampf gegen die Apartheid aktiv fortsetzen.

Trailer & Teaser

 8 Trailer & Teaser

 

 

Veröffentlicht am 06.12.2013

https://www.youtube.com/watch?v=ryO3En-zG68

In 1990, Nelson Mandela visited the U.S. for the first time after being freed from 27 years of imprisonment in South Africa. During Mandela's visit he also conducted his first interview with Ted Koppel of ABC News. Koppel was then known as one of the toughest and most feared TV reporters and interviewers in America. His ABC news show, "Nightline", was one of the top rated late night programs on television. The interview turned out to be an openly biased attempt to assassinate Nelson Mandela's character, credibility, and cause. With the bulk of Koppel's preselected questioners being either conservative Republican plants, apartheid sympathizers, opponents of Mandela's African National Congress party (ANC), and/or known members of the white supremacists Apartheid regime. Due to the wisdom and strength of Nelson Mandela, the assassination attempt failed miserable. Ted Koppel was never the same man again and eventually slipped into oblivion.


https://www.youtube.com/watch?v=IW3HCWwaxSE

 Veröffentlicht am 06.12.2013

In 1990, Nelson Mandela visited the U.S. for the first time after being freed from 27 years of imprisonment in South Africa. During Mandela's visit he also conducted his first interview with Ted Koppel of ABC News. Koppel was then known as one of the toughest and most feared TV reporters and interviewers in America. His ABC news show, "Nightline", was one of the top rated late night programs on television. The interview turned out to be an openly biased attempt to assassinate Nelson Mandela's character, credibility, and cause. With the bulk of Koppel's preselected questioners being either conservative Republican plants, apartheid sympathizers, opponents of Mandela's African National Congress party (ANC), and/or known members of the white supremacists Apartheid regime. Due to the wisdom and strength of Nelson Mandela, the assassination attempt failed miserable. Ted Koppel was never the same man again and eventually slipped into oblivion.
Here's a little background on some of the questioners that Ted Koppel preselected:

Thandiswa Mazwai performs "Ibokwe" at Mandela Day 2009 from Radio City Music Hall

Go to:
http://www.mandeladay.com/events/premium
to see more clips and extra features

https://www.youtube.com/watch?v=1MS1_nHAJSs

 Radio Afrika International Zu hören auf Orange 94,0

Emission Special hommage a Nelson Madiba Mandela, Spezielsendung Gedenksfeier Nelson Mandela, Special programm to late Nelson Mandela auf Französisch mit  Alain Und Radioafrika Korrespondant auf SüdAfrika Israel Ribeiero Da Sousa.

Nelson Mandela
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"http://cba.fro.at/251306/embed?"
http://www.okto.tv/afrikatv/11617/20131216

 

Zwischen Weizen und Dolo: Afrikanisches und fränkisches Brauwesen - ein interkulturelles Begegnungsprojekt

Ankunft der Braumeisterin Ines Kam in FrankenBegrüßungsbierprobe im Biergarten Weißenohein Weissenohe mit Freunden – selbstverständlich wurden erstmal die fränkischen Biere von Braumeister Urban Winkler probiert.Für die Afrika Kulturtage 2013 sollte eine kulturübergreifende Begegnung zwischen traditioneller fränkischer Braukunst und der traditionellen Brauweise der Frauen in Burkina Faso und der jeweiligen Biergarten- bzw. „Cabaret“musik initiiert werden. In Absprache mit der „Organisation des producteurs de dolo“ in Bobo Dioulasso, der Stadt, die in Burkina Faso für ihre Hirse-Biergartenkultur und -musik bekannt ist, wurde Frau Ine Kam für das Austauschprojekt ausgewählt. Sie hat die Braukunst ab dem Alter von 13 Jahren von ihrer inzwischen verstorbenen Mutter erlernt. Afrikanischer „Biergarten“ Ines Kam lebt und arbeitet seit 2004 in Bobo Dioulasso. Dort betreibt sie gemeinsam mit weiteren Frauen ein „Cabaret“, also einen Biergarten in dem das Dolo ausgeschenkt wird. Frau Ines Kam gehört zur Ethnie der „Djan“ bei „Diebougou“. Sie ist 27 Jahre alt und offen und interessiert für neue Begegnungen und Ideen. Dolo-Brauerin Ine Kam aus Burkina Faso bei Ihrer Ankunft

Man konnte Die Dolo-Brauhütte im Hof der Klosterbrauerei WeißenoheInes Ines Kam zu Gast bei Familie WinklerKam bei der Arbeit über die Schulter sehen.
Frau Kam war bereits zwei Wochen vor den Afrika Kulturtagen als Gast-Brauerin in der Klosterbrauerei Weißenohe eingetroffen, hat dort bei Brauer Urban Winkler und seiner Familie gewohnt und in der Klosterbrauerei bei einem Braugang assistiert. Sogleich hat sie drei große Töpfe Dolo-Hirsebier mit Originalzutaten (Sorghum-Hirse etc.) aus Afrika im Hof der Brauerei angesetzt. BesucherInnen waren herzlich eingeladen, den Brauern dabei über die Schulter zu sehen - sie taten dies auch bei unangenehmen Wetter sehr zahlreich.

 

Botschafterin und Kulturattaché kamen zu BesuchAm Freitagabend vor dem Beginn der Afrika Kulturtage in Gräfenberg war der erste Dolo-Sud fertig und wurde im Hof der Klosterbrauerei ausgeschenkt. Ganz stilecht in echten Kalebassenhälften. Der leicht säuerliche Geschmack mag den ein oder anderen Besucher an Federweißen oder Cidre erinnert haben. Nach einer halben Kalebasse zeigte sich auf den Gesichtern die erste Entspannung und viele weitere wurden bestellt. Der Spätnachmittag wurde im Hof von der Percussion-Gruppe "Lanaya" rhytmisch untermalt. Währenddessen trafen der stellvertretende Botschafter von Burkina Faso und sein Kulturattaché ein. Sie bestätigten die Authentizität des Dolo-Geschmacks und ließen es sich schmecken. Allgemein wurde das Projekt als das Erste seiner Art gewürdigt und eine Wiederholung angedacht. Am Samstag war auch die burkinische Botschafterin mit ihrem Gatten angereist. Es wurde getanzt, gesungen und - natürlich Dolo getrunken. Urban Winkler stellte fest, dass Dolo in Afrika ein durchaus vergleichbares Identifikationsmerkmal ist, wie bei uns das fränkische Landbier. Sehen Sie hier in unserer Galerie Bilder
von den Vorbereitungen am Samstag, 22.6.2013
und von der großartigen Veranstaltung am Freitag, 5.7.2013.

Dolo – das Bier aus Burkina Faso

Für die Afrika Kulturtage 2013 soll eine kulturübergreifende Begegnung zwischen traditioneller fränkischer Braukunst und der traditionellen Brauweise der Frauen in Burkina Faso und der jeweiligen Biergarten- bzw. „Cabaret“musik initiiert werden. In Absprache mit der „Organisation des producteurs de dolo“ in Bobo Dioulasso, der Stadt, die in Burkina Faso für ihre Hirse-Biergartenkultur und -musik bekannt ist, wurde Frau Ine Kam für das Austauschprojekt ausgewählt. Sie hat die Braukunst ab dem Alter von 13 Jahren von ihrer inzwischen verstorbenen Mutter erlernt. Afrikanischer „Biergarten“ Ines Kam lebt und arbeitet seit 2004 in Bobo Dioulasso. Dort betreibt sie gemeinsam mit weiteren Frauen ein „Cabaret“, also einen Biergarten in dem das Dolo ausgeschenkt wird. Frau Ines Kam gehört zur Ethnie der „Djan“ bei „Diebougou“. Sie ist 27 Jahre alt und offen und interessiert für neue Begegnungen und Ideen. Dolo-Brauerin Ine Kam aus Burkina Faso bei Ihrer Ankunft in Weissenohe mit Freunden – selbstverständlich wurden erstmal die fränkischen Biere von Braumeister Urban Winkler probiert.

   

   

Die Afrikanerin ist im Rahmen eines Austauschprojekts in die Fränkische Schweiz gekommen, um hier ihr Bier zu brauen und probieren zu lassen

Es dampft und brodelt im Kessel – Ine Kam rührt aufmerksam darin herum. Die Feuerstelle, auf der die drei Töpfe stehen, ist selbst gebaut. Hier wird Bier gebraut, was für Mitteleuropäer einigermaßen exotisch anmutet. Schließlich arbeiten Brauereien hierzulande mit riesigen Kesseln, Tanks, Abfüllanlagen und Kühlhäusern. Doch Ine Kam ist Braumeisterin und lebt in Burkina Faso. Sie braut nach traditionellen Rezepturen.

Zubreitung

Die Zubereitung des dolo dauert ungefähr zehn Tage. Die Bierherstellung ist ein ausschließlich weibliches Privileg. Die handwerkliche Produktion erfolgt ebenso wie die industrielle in vier Phasen, nur daß dort anstelle von Hirse Gerste verwendet wird; die vier Arbeitsgänge sind; Mälzen, Darren, Brauen und Gären. Das Malz wird durch die Keimung der Hirse gewonnen. Dazu füllt man anderthalb tine (1 tine= 16 kg) Hirse in einen 150 bis 200 Liter fassenden Tonkrug. Dann wird soviel Wasser hinzugefügt, daß das Wasser ein wenig über der Hirse steht. Nach etwa zwei Tagen wird die Hirse aus dem Wasser genommen. Das Wasser wird weggeschüttet, und die feuchte Hirse kommt zum Keimen zurück in den Tonkrug.

Bei der Keimung muß darauf geachtet werden, daß die Körner nicht austrocknen. Nach zwei bis drei Tagen haben sich ein Zentimeter lange Keime gebildet. Nun breitet die Brauerin die gekeimte Hirse auf dem Boden, auf einer Strohmatte oder auf einer Terrasse in der Sonne aus. Das Trocknen dauert je nach Jahreszeit drei bis fünf Tage. Die gekeimte und getrocknete Hirse ist haltbar und kann auf Vorrat hergestellt werden. Wenn sie gebraucht wird, wird sie in einem Holzmörser zerstampft und anschließend mit einem Reibstein ganz fein gemahlen. Dann wird das Mehl in große Tonkrüge geschüttet (je anderthalb tine pro Behälter), die zu drei Viertel mit Wasser aufgefüllt werden.

Das Gemisch wird kräftig mit einem großen Holzlöffel umgerührt; es wird etwa einen halben Tag gekocht. Man läßt die Mischung kalt werden und ruhen und schöpft mit einer Kalebasse die Keime ab, die sich durch das Mahlen vom Korn getrennt haben und an der Oberfläche schwimmen. Danach wird die Mischung erneut einen halben Tag lang gekocht. Das geschieht auf einem speziellen Herd aus getrocknetem Lehm, in dem drei bis sechs 60 bis 100 Liter fassende Tontöpfe eingebaut sind. Es wird mit Holz geheizt. Während des Garens muß ständig kräftig gerührt werden, damit sich keine Klumpen bilden. Am Ende des Kochvorgangs wird gestoßene Rinde von Grewia fiavescens und Hibiscus esculentus hinzugefügt, was die Klärung der Brühe beschleunigt.

Gärprozess

Nach dem Klären wird die Flüssigkeit in ein anderes Gefäß geschöpft. Der trübe und dicke Bodensatz wird durch ein Strohsieb gefiltert. Der Trester wird als Futter für die Haustiere (Schweine, Schafe) benutzt. Der letzte Kochvorgang dauert schließlich zwei bis drei Tage ohne Unterbrechung. Nach dem Erkalten wird die klare Flüssigkeit mit einer Kalebasse umgeschöpft. Der Bodensatz, der sich erneut gebildet hat, wird weggeworfen. Ein Teil dieser noch süßen Flüssigkeit wird manchmal direkt verbraucht. Erst durch das Gären wird dieses Getränk zu Bier. Dazu wird Hefe zugesetzt, die im vorangegangenen Herstellungsprozeß gewonnen und aufbewahrt wurde. Am Boden des Biergefäßes bildet sich ein pastoser milchiger Rückstand, der in der Sonne getrocknet und in kleinen grauen Brocken an einem gut belüfteten Ort der Weiterverwendung harrt. Bevor die Hefe der zu vergärenden Flüssigkeit hinzugefügt wird, muß sie in einer kleinen Kalebasse mit Wasser verdünnt werden. Wenn die Bierherstellerin keine Hefe zurückgewonnen hat, oder wenn die Hefe, die sie aufbewahrt hatte, verdorben ist, kann sie entweder welche von einer anderen Brauerin kaufen oder aus der natürlichen Gärung von Bohnenmehl (nebie) gewinnen.

Der gärenden Flüssigkeit fügt die Brauerin verschiedene, oft geheim gehaltene Zutaten hinzu, die den Geschmack verbessern sollen, so daß jede Frau ein sehr persönliches Bier herstellt. Bei den Zutaten handelt es sich im allgemeinen um Rinde (Acacia campylacantha), Früchte (Balanites aegyptica) oder Samenkörner (Datura stramonium). Bestimmte Volksstämme (Bwaba, Bobo) fügen bei Begräbnisfeiern Honig hinzu und erreichen dadurch einen höheren Alkoholgehalt (6 bis 10% bei Zusatz von Honig gegenüber 2 bis 4 % für normales dolo). Die Gärung dauert eine Nacht. Am folgenden Morgen kann das Bier verbraucht werden; es bleibt ungefähr 24 Stunden zum Verzehr geeignet. Nach diesem Zeitraum wird es zu sauer. Wenn etwas übrig geblieben ist, was selten vorkommt, muß es weggeschüttet werden. Es ist keine traditionelle Technik bekannt, die die Stabilisierung des Hirsebieres und dadurch eine längere Haltbarkeit ermöglicht. 

http://afrika.arte.tv/blog/?p=2667
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/klosterbarauerei-hirsebier-afrika-100.html?time=0.283
http://www.tvo.de/mediathek/tag/afrika/video/afrikanisches-bier-in-oberfranken/#.Ue3itJ3mRxA
http://www.sat1bayern.de/news/20130703/afrikanerin-braut-hirsebier-fuer-franken/
tp://www.klosterbrauerei-weissenohe.de/aktuellesframe.htm
http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za167/dolo.html

                          

                                                          Schulprojekt von Mamadou Diabate & dem Verein SABABU

                                                                                                   "Bildung ist die stärkste Waffe, mit der wir die Welt verändern können." (Nelson Mandela)

                       PROJEKT: Grundschule in Burkina Faso: Die Schule wurde am 14. September 2010 feierlich eröffnet.

Es geht nun darum, die monatlichen Ausgaben der Schule zu sichern. Da die Bautätigkeiten für 3 weitere Klassenzimmer bereits gedeckt sind, können wir uns bereits auf die Sammlung der Schulgelder für das neue Schuljahr konzentrieren. Auch im nächsten Herbst kommt wieder einen neue Klasse dazu (bis wir insgesamt 6 Klassen haben, und somit die gesamte Grundschule anbieten zu können). Momentan besuchen 225 Kinder (1.-3. Klasse) unsere Schule.  Die laufenden Kosten setzen sich zusammen aus:

- Gehälter der Lehrer, sowie für Sekretär und Security - Kosten für Strom und Wasser - Reinigungs- & Instandhaltungskosten  - Essensgeld (30 Cent pro Tag pro Kind)

 Besuch in der Schule, Jänner 2013 : https://www.youtube.com/watch?v=5WXKbAZboFo  https://www.youtube.com/watch?v=Iixy1AMmabY  https://www.youtube.com/watch?v=WKy97rwSE8w

                      

                        http://www.sababu.info/

Aufenthaltsrechte internationaler KünstlerInnen beschnitten

Der Freiheit der Kunst an den Kragen

KünstlerInnenvisa gelten nur noch für ein Jahr. Allein 2006 haben 600 ausländische KünstlerInnen und 1000 WissenschafterInnen, die in Österreich lebten, kein Aufenthaltsrecht mehr erhalten. Der durch die neuen Visabestimmungen verstärkte Druck auf die in Österreich arbeitenden KünstlerInnen aus aller Welt befördert einen Typ von Kultur, die auf Nationen ausgerichtet ist. Auf diesem Gebiet duldet die Politik keine Globalisierung. Transkulturelle Spielereien muss man sich erst einmal leisten können.
Musik kommt immer aus der Migration, aus der Reise. Musiker ziehen herum. Aber auch die Kolonisation mit ihren Zwangs-Verschickungen spielte eine große Rolle, erklärt Patrice Larose. Unsere Musik ist sehr offen, aber gleichzeitig ziemlich konstruiert. Wir nehmen essentielle Elemente der traditionellen Musik, minimalisieren sie und machen unser eigenes Neues daraus, sagt Alex Tran, Perkussionist von Julia Sarr. Seine Band trat im Rahmen des senegalesischen Kulturfestivals im Wiener Jazzklub Birdland auf. Es gibt bestimmte Rhythmen im Senegal und im Gesang von Julia, die zum Flamenco passen, den der Gitarrist Patrice spielt. Ich versuche die beiden zu verbinden und ihnen eine Basis zu geben. Das macht Alex mit Hilfe eines Holzkasten namens Cajon, auf dem er beim Spielen sitzt, der von den US-Indianern stammt oder mit einem nigerianischen Udu-Instrument.

Aber wie passt der Flamenco-Rhythmus zu dem sechs oder gar sieben Achtel-Rhytmus, der in West-Afrika gespielt wird? Die Zigeuner in Andalusien waren Indianer, es gab aber auch arabischen Einfluss durch das Osmanische Reich, sagt Gitarrist Patrice. Ich spiele gerne sechs Achtel, da passen die Triolen des Jazz gut hinein. Ich kalkuliere aber niemals, lacht Alex, der sich selbst als vietnamesischen Mestizen bezeichnet.

Wenn du im Senegal aufwächst, hörst du ständig die Musik auf der Straße. Du kannst trommeln und tanzen, und wenn du arbeiten willst, kannst du nachher weiter machen, betont Ibu, Perkussionist aus dem Senegal, den Arbeitsfaktor in der Musik. Seine Band Tilibo mit drei Tänzerinnen, vier Tänzern und fünf Perkussionisten tritt nach Julia Sarr im Birdland auf. Wild fegen die Tänzer über die Bühne, in weißen Gewändern und mit bloßen Füssen. Gibt es noch so eine klar umrissene senegalesische Kultur? Ibu erzählt von der Mais- und Reisernte, von den Gesängen bevor der Regen kommt. Er selbst ist in der Stadt aufgewachsen, schwärmt aber von der Agrikultur seiner Großeltern. Sein Instrument nennt sich sabar, eine Art Trommel, die man mit Stöcken spielt, ein anderes heißt Boucarabou.

Ibu trat direkt nach einem längeren Krankenhaus-Aufenthalt im Birdland auf. Ein trauriges Lächeln begleitet ständig seine Ausführungen. Der Preis für seine unsichere Musiker-Existenz in Österreich ist hoch. Das Transkulturelle, das Gemischte in der Musik interessiert mich schon, aber ich habe einen unsicheren Aufenthalts-Status in Österreich, daher bin ich noch in der afrikanischen Kultur verhaftet, sagt Ibu. Die Musik gibt ihm Kraft durch zu halten. Es gibt da was in der Musik, das ist wie Magie. Du denkst viele Sachen jeden Tag, aber manchmal siehst du die Magie. Nicht immer, denn Musik bedeutet auch viel Arbeit und viel Geduld. Du spielst nicht heute und morgen gewinnst du.

 

Bands müssen sich auflösen

Zur Informationsveranstaltung Aufenthalts- und Beschäftigungsrecht für drittstaatsangehörige KünstlerInnen sind viele KünstlerInnen gekommen. Die Anwältin Doris Einwallner erläutert in den Räumen der IG Bildenden Kunst die gesetzlichen Finessen seit 1.1.2006. Wesentlich geändert wurde die Perspektive für ausländische KünstlerInnen in Österreich. Das neue Recht unterstellt eine zeitliche Befristung des Aufenthalts, erklärt Doris, die Niederlassungsbewilligung für den auf Dauer ausgerichteten Aufenthalt gibt es nicht mehr. Für Leute, die schon länger da sind, bedeutet das eine Zurückstufung. Oder die Ausweisung.

Habib aus Tunesien muss schon gehen. Er hatte legalen Aufenthalt und spielte im Rahmen des Mozartjahres und für Peter Sellers New Crowned Hope. Habib ist total sauer: Im Januar habe ich Konzerte in Wien und Villach. Wenn ich jetzt in Tunis neu ansuchen muss, verpasse ich die um Monate. Meine Projekte werden mir kaputt gemacht. Ein ebenfalls sehr aufgeregter DJ Zipflo erzählt von Aladin Sani, der in Nigeria von Dezember bis September auf sein neues Visum warten musste, obwohl er in Österreich Frau und Kind hat. Sanis Band I-Wolf war in den Charts auf Ö3 und FM 4. Er hatte in Nigeria einen Nummer 1-Hit. Die Band musste sich auflösen, weil er nicht da war. Das soziale Gefüge wird zerstört und dabei reden alle von Integration.

Zipflo will ein Unterstützungskomitee berühmter KünstlerInnen aufstellen. Die IG Bildende Kunst und die Akademie sollen ihm dabei helfen. Joe Zawinul, den Besitzer des Birdland, will er auch fragen. Und Organisationen wie Kulturen in Bewegung/VIDC, die Veranstalter der moving cultures senegal, sollten sich auch stärker politisch einbringen. 14 Tage, ab dem Tag der Abholung, kann man bei der MA 35 per Einschreiben Berufung einbringen. Wir erwarten, dass jemand Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof macht. Eine Beschwerde, die durch geht, reicht, unterstreicht Doris Einwallner. Eine andere Möglichkeit gibt es momentan nicht.